Donnerstag, 17. Mai 2018


Scolopendra Terrarium richtig einrichten

Hundertfüßer
S. Subspinipes „Red Thai“
Ein Scolopendra-Terrarium muss nicht unbedingt hübsch aussehen, die Funktionalität dieses ist deutlich wichtiger.
Beginnen wir mit dem richtigen Typ des Terrariums, der sollte nämlich gut gewählt sein. Immer wieder hört oder ließt man, dass man Scolopendra niemals in herkömlichen Schiebe – bzw. Falltürterrarien halten sollte. Sie sollen sich angeblich durch den Schlitz des Schiebetürterrariums schieben können oder bei dem Öffnen des Falltürterrariums blitzschnell entweichen. Wenn man diese Leute dann aber fragt, woher sie diese Aussage haben stellt sich schnell raus, dass dies über dritte immer weiter gegeben wird. Ich für meinen Teil habe auch schon mittelgroße Hundertfüßer,  Scolopendra Subspinipes „High Red“ in Schiebetürterrarien gehalten … bei mir ist nie einer ausgebrochen. Wenn man aber auf Nr. Sicher gehen will, kann man sogenannte „Safeterrarien“ verwenden, diese kann man von oben öffnen und können durch das gewicht der Scheibe auch nicht aufgedrückt werden. Einige Halter benutzen auch Plastikboxen (in entsprechender Größe und mit Lüftungslöchern versehen). Ich finde es für Halter mit vielen Tieren durchaus geeignet, allerdings wird sich aber keiner eine Plastikbox ins Wohnzimmer stellen … Wenn man dem Hundertfüßer auch noch genügend Versteckmöglichkeiten gibt, wird er einem beim Öffnen des Terrariums auch nicht „entgegen“ kommen.
Terrarium
Safeterrarium – Gut für Scolopendra
Nun da wir uns für einen bestimmten Terrarientyp entschieden haben, müssen wir uns auch noch für die richtige Größe entscheiden: Hundertfüßer sind aktive Jäger, das heißt dass sie nicht einfach wie Vogelspinnen auf etwas fressbares warten, sondern auf die Suche gehen. Ein „Spinnenwürfel“ (30x30x30 cm) reicht da meistens nicht aus, der S. Gigantea wird schon 35 cm groß ! Der „Spinnenwürfel“ mag für kleinere Arten wie S. Cingulata oder S. Morsitans (max. 10 cm) ausreichen, für mittelgroße Arten wie S. Subspinipes oder S. Dehanii sollten es aber schon mindestens 50x40x40 (LxBxH) zur Verfügung haben. Für sehr große Arten wie S. Gigantea, S. Robusta oder S. Gallapagoensis sollten es aber mindestens 60x30x30 (LxBxHX) sein.
Da wir uns jetz für eine Größe entschieden haben stellen wir das Terrarium in einem Raum auf (der vorzugsweise nicht der Partykeller ist), der also einigermaßen Tageslicht zulässt und für mögliche Kinder unzugänglich gemacht werden kann. Es sollte allerdings durch das Tageslicht keine Hitze entstehen.
Jetzt können wir das Terrarium einrichten: Das wichtigste ist dabei der Boden. Es sollte mindestens 15 cm, besser noch 20 cm Substrat vorhanden sein, denn unsere Hundertfüßer Buddelt gern. Als Substrat eignet sich zum Beispiel Maulwurfshügelerde, dort sind viele bodenbewohnende Lebewesen, wie z.B. Springschwänze drin. Deshalb solte sie bitte nicht „sterilisiert“ werden. Diese Tiere verhindern unteranderem Schimmel im Terrarium. Allerdings sollte man bei den Maulwurfshügeln darauf achten, dass sie nicht durch etwaige Pestizide oder ähnliches „verseucht“ wurden. Man sollte aber darauf achten, dass die Erde grabfähig ist (im feuchten Zustand knetbar) und nicht wie loser Sand einfach einstürzt. Man sollte auch nicht den überteuerten Kokoshumus aus der Zoohandlung verwenden, da er genau so wie Blumenerde irgendwann knall hart geworden ist. Wenn das Substrat eingefüllt ist kann man Versteckmöglichkeiten in Form von Rinde oder Korkröhren einauen. Ich verwende immer ersteres. Ich lege die Rindenstücke entweder einfach auf die Erde oder vergrabe sie halb, damit der Hundertfüßer sich im Zwischenraum, zwischen Holz und Erde aufhalten kann.
Wenn man will kann man das Terrarium dann Bepflanzen. Da Hundertfüßer reine Carnivoren sind, fressen sie keine Pflanzen an und so können sehr viele Pflanzenarten dafür in Betracht gezogen werden. Wichtig ist bloß, dass sie eine relativ hohe Feuchtigkeit aushalten und robust sind (manche Hundertfüßer klettern). Efeututen eignen sich zum Beispiel. Einige Arten klettern ein wenig, wie zum Beispiel S. Subspinipes, weshalb ein paar Kletteräste oder Rinden nicht feheln sollten.
Da sich Hundertfüßer gern tarnen ist es sinnvoll eine Laubschicht (nicht zu dick => bodenbedeckend) einbringen, da sie sich gern darunter verstecken und es nach Nahrung absuchen. Moospolster aus dem Wald erhöhen im feuchten Zustand im Terrarium sehr gut die Luftfeuchtigkei. Bei bepflanzten Terrarien kommt man um eine Pflanzenwachstumsfördernde Beleuchtung nicht drumrum und auch in Räumen in denen nicht 24/25 °C herrschen sollte eine wärmende Beleuchtung angebracht sein.
Zum Schluß sollte noch ein Wassernapf eingebracht werden, da diese Tiere sehr schnell dehydrieren. Auch sollte das Substrat immer feucht sein (erledigt sich durch Pflanzen gießen) und es sollte regelmäßig gesprüht werden. Dann hat man schon ein schönes Terrarium für seinen Scolo.
Dosen
Nicht hübsch, aber für Scolopendren gut eingerichtete Boxen

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